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Gestaltung von Antwortskalen

Neben offenen Fragen, Matrixfragen oder Ranking-Fragen, gehören geschlossene Fragen mit Antwortskalen zum Standardrepertoire bei fast jeder Fragebogenerstellung. Die Gestaltung von Antwortskalen, z.B. zur Messung von Einstellungen, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Güte einer Messung und somit auf den Erfolg einer Frage. Im Folgenden werden Aspekte bzw. Effekte der Skalendefinition beschrieben, welche das Antwortverhalten der Befragten beeinflussen können.
Im Hinblick auf die Anzahl von Skalenpunkten gehen Wissenschaftler davon aus, dass Skalen eine größere Anzahl von Skalenpunkten enthalten soll. Dafür spricht, dass je feiner eine Skala, desto eher können Befragte Antworten differenzieren. Somit werden sog. Ceiling- oder Floor-Effekte vermieden. Diese treten vor dem Hintergrund auf, dass Skalenpunkte nicht das gesamte Antwortkontinuum abbilden und Antworten von Befragten, die gerne extremer geantwortet hätten, sich am untern bzw. oberen Rand der Skala häufen. Jedoch gilt es dabei auch zu beachten, dass zu viele Skalenpunkte die Klarheit der Bedeutungen der einzelnen Skalenpunkte reduzieren.

Im Regelfall wird in der Literatur unter Aspekten der Reliabilität und Validität demnach eine 5 – oder 7-Punkt-Skala empfohlen. Dabei bestehen Skalenmittelpunkte, so dass Befragte neutrale Positionen einnehmen können („weder/noch“ oder „teils/teils“). Dadurch werden Befragte nicht dazu gezwungen in der einen oder anderen Richtung zu antworten, was letztlich den Messfehler erhöhen kann. Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass gerade neutrale Kategorien gewählt werden, wenn der Antwortprozess unvollständig oder gar nicht durchlaufen wurde. Um dies zu vermeiden, sollte jedoch weniger auf eine neutrale Antwortmöglichkeit verzichtet werden, sondern eher der Fragebogen insgesamt unterhaltsamer gestaltet werden, so dass sich Befragte während der Umfrage nicht langweilen und sie alle Fragen und Antworten vollständig durchgehen.
Zum anderen haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Kontexteffekte im Fall von Antwortskalen Einfluss auf das Antwortverhalten haben können. Hintergrund ist, dass negative Urteile von Befragten häufig vermieden werden. Demnach befinden sich Antworten eher auf der positiven Hälfte von Skalen. In diesem Zusammenhang wird vom positivity bias gesprochen. Demnach würden sich im Durchschnitt z.B. bei einer Skala von -5 bis +5 mehr Antworten auf der positiven Hälfte befinden als bei einer Skala von 0 bis 10.

Was die Frage im Hinblick auf die mögliche Verbalisierung der Skalenpunkte angeht, bestehen unterschiedliche Sichtweisen. Zwar sind numerische Werte präziser als verbale Benennungen, die häufig Raum für unterschiedliche Interpretationen lassen. Jedoch erscheinen verbale Skalenbezeichnungen natürlicher, da Bedeutungen im Alltag selten durch Zahlen ausgedrückt werden. Verbal benannte Skalenpunkte erläutern demnach eindeutiger die Bedeutung der Skalenpunkte und erhöhen somit die Leichtigkeit, mit der Personen antworten können. Unter Aspekten der Reliabilität sind verbale Skalenbenennungen also durchaus sinnvoll.

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admin Allgemeines

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