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Mögliche Fehlerquellen bei der Vorgabe von Antworten bzw. Antwortskalen

Das Fragebewertungssystem von Faulbaum, Prüfer und Rexroth (2009) verweist auf zentrale Aspekte bei der Gestaltung von Antwortvorgaben bzw. -skalen.

Grundlegend ist es wichtig, dass Antwortvorgaben zur Frage passen. D.h., wenn eine Frage in der Form gestellt ist, dass sie mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann, dann sollten diese Antwortmöglichkeiten auch die Antwortvorgaben bilden. Ist dies nicht der Fall, kann dies bei aufmerksamen Befragten zu Irritationen führen, was im Zweifelsfall zum Auslassen der Frage führen kann.

Außerdem sollte bei den Antwortvorgaben darauf geachtet, dass sie sich nicht überschneiden. In dem Fall, dass bspw. nach der Häufigkeit einer bestimmten Aktivität gefragt und die Antwortvorgaben „täglich – mindestens einmal pro Woche oder am Wochenende – einmal im Monat oder seltener – unregelmäßig – gar nicht“ präsentiert werden, fällt auf, dass die Antwortmöglichkeit „unregelmäßig“ eine andere Dimension anspricht als die übrigen. Wenn der besagten Aktivität lediglich ein Skalenpunkt zugeordnet werden kann und Probanden lediglich unregelmäßig am Wochenende die Aktivität durchführen, ist es nicht eindeutig klar, wie die Frage zu beantworten ist.

Im Fall, dass eine lange Liste an Antwortvorgaben besteht, welche vom Befragten angeklickt werden müssen, wenn sie auf ihn zutreffen, besteht die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit beim Durchlesen der Liste nachlässt bzw. Probanden nicht die gesamte Liste lesen. Um Verzerrungen in den Daten aufgrund dieser Effekte auszuschließen, sollte eine Randomisierung der Antwortmöglichkeiten eingestellt werden. Alternativ können Probanden dazu angehalten werden, die Antwortmöglichkeiten einzeln und sukzessive mit „Ja/ Nein“ bzw. „Gibt es/ Gibt es nicht“ zu beantworten.

Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass die Antwortvorgaben vollständig sind. Hierbei sei erwähnt, dass die Antwortkategorie „Sonstiges/ Andere“ häufig als eine Art Restkategorie genutzt werden kann, um Befragten eine Antwortoption anzubieten, welche nicht zu einer der vorhandenen Antworten passt.
Dass Antwortvorgaben logisch und systematisch aufgebaut sein sollen, versteht sich von selbst. Dies bedeutet, dass die Antwortkategorien einer logischen Abstufungsreihenfolge entsprechen und demnach keinen logischen Bruch enthalten. Dies ist der Fall, wenn die Abstände zwischen Skalenpunkten gleich bzw. ausbalanciert sind.

Letztlich sollte darauf geachtet werden, dass vorgegebene Skalen das Antwortverhalten von Probanden deutlich beeinflussen können. Dies liegt daran, dass Probanden in der Regel davon ausgehen, dass Antwortvorgaben den typischen, durchschnittlichen Werten bzw. Antwortkategorien entsprechen. Somit können z.B. zahlenmäßige Antwortvorgaben Ankerpunkte im Kopf des Befragten setzen, welche die Antwort in eine entsprechende Richtung lenken. Um dies zu vermeiden, werden im Kontext spezifischer Untersuchungsgegenstände, wie bspw. persönliches Verhalten, eher offene Fragen empfohlen.

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admin Allgemeines

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